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R.I.P. Opa Emil – Keksdose.org

R.I.P. Opa Emil

18. August 2015 - 21:15 Uhr 3 Kommentare

R.I.P. Opa Emil

R.I.P. Opa Emil

Ich sitze hier und bin in Tränen aufgelöst. Dennoch will ich hier meine Gedanken niederschreiben, um dem Ganzen Luft zu machen mit der Hoffnung, dass der Schmerz des Verlustes etwas abklingt.

Ich werde dich sehr vermissen Opa. Du bist und warst immer mein einzigster Opa, denn meinen zweiten habe ich nie kennenlernen dürfen, weil er von uns ging als ich noch kein Jahr alt war.
Du warst immer für uns und vor allem für mich da. Ich glaube ich hatte es dir besonders angetan, weil ich immerzu lustige Geschichten erzählt bekommen habe wie du mit mir umgegangen bist. Wie zum Beispiel die eine, dass ich alle Modellautos meines Papas kaputt gemacht habe mit deiner Hilfe. Ich war damals noch sehr klein und konnte nicht sprechen, aber wenn du mich herumgetragen hast, wusste ich ganz genau wie ich dich wohin bringe. Mit einem „uuuh“ und meinen kleinen Fingerchen, habe ich dich dirigiert und du hast es liebevoll mit dir machen lassen, weil du einfach so ein netter Mensch warst. So bekam ich die Modellautos meines Papa in die kleinen Fingerchen, die danach angekaut und kaputt waren. Diese Geschichte brachte immer viele Lacher. Ich selbst erinnere mich natürlich nicht mehr daran, da ich zu klein war. Wenn ich mich an diese Geschichte einnere, muss ich immerzu daran denken, wie lieb du gewesen warst, dass du das für mich gemacht hattest.
Eine andere Geschichte war die, dass du mich zum Kindergarten bringen solltest an einem Tag. Ich habe aber so doll geweint, als du mich abgegeben hast, dass du es nicht übers Herz bringen konntest mich da stehen zu lassen und wegzugehen. Statt dessen hast du mich mitgenommen und warst dann den ganzen Tag mit mir unterwegs gewesen, als du Besorgungen machtest. Meine Mama und Oma haben dich danach getadelt, aber du meintest nur: „Das Kind hat so doll geweint, das brach mir das Herz, also hab ich es wieder mitgenommen.“

Du warst nie laut, außer man brachte dich auf die Palme. Das schaffte aber nur die Oma bei dir. Dann gab es viel Geschrei, aber die Hand hattest du nie gegen irgendjemanden erhoben. Du warst einfach zu nett dazu. Als du schwerhörig wurdest, hast du öfter und mehr geschriehen, aber nicht weil dich Oma auf die Palme brachte, sondern weil du dich selbst nicht mehr so gut hören konntest.
Du hattest einen Schlaganfall überlebt und warst danach einseitig nicht mehr so bewegungsfähig, wie früher. Dennoch hast du bis zum letzten Tag versucht aufzustehen und zu laufen. Selbst als du zum letzten Mal ins Krankenhaus gebracht wurdest, bist du von alleine sogar Treppen gestiegen. Das ist nun zwei Wochen her. Danach warst du nur noch im Bett und hast geschlafen. Das Atmen fiel dir schwer. Du bist – so hoffe ich – friedlich eingeschlafen und bist nun an einem besseren Ort, wo du atmen kannst ohne Luftzufuhr und Maschine. Wo du wieder normal laufen kannst und so viel Süßes essen kannst, wie du magst. Du warst ja schon immer ein kleines Leckermäulchen. Die Diabetes lies dich aber leider nicht mehr so viel naschen, wie du es gerne gehabt hättest und Oma war zudem sehr strickt gewesen. Daher bist du immer ein Stockwerk hinunter gegangen und hast dort Kekse, Bonbons und Schokolade ab und an stibizt.

Ich bin foh, dass du zur Hochzeitsfeier kommen konntest letztes Jahr und dass du mitbekommen hast, dass der Held und ich Nachwuchs erwarten. Ich fand das immer sehr lustig, wie du imerzu nachgefragt hattest nach der Hochzeit: „Na? Bischt scho schwanger?“ Das hattest du nämlich wegen deiner Schwerhörigkeit immer so laut gesagt, dass der Held es auch mitbekommen hat, obwohl du mich extra zur Seite gezogen hattest, damit er die Frage nicht hört. Wir konnten leider nicht eher anfangen mit den Kindern, also musste es ein Jahr warten, tut mir sehr leid Opa. Ich weiß dass du dir sicher ein Mädchen wunschst, denn du mochtest Mädchen immer etwas lieber als Jungens. Es macht mich aber sehr traurig, dass du mit 79 Jahren (15.05.1936 – 18.08.2015)  von uns gegangen bist, ohne es kennenlernen zu können. Ich bin auch froh, dass ich dich noch ein letztes Mal gesehen habe im Krankenhaus am Samstag und wir sogar ein bisschen reden konnten. Ich durfte dich leider nicht nach Hause mitnehmen, so wie du mich ganz leise und heiser gebeten hattest. Es tut mir leid Opa…

Ich habe dich sehr sehr lieb Opa.
Möge deine Seele und dein geschundener Körper die Ruhe finden, die sie verdienen und du über uns wachen.

3 Kommentare

  • Martina Seibold · 5. November 2015 um 17:21 Uhr · Antworten

    Mein herzliches Beileid, ich weiß genau was du durch machst.

    Mein Opa ist auch dieses Jahr verstorben. Die Beerdigung war das schlimmste!

    Kopf hoch! Zeit heilt alle Wunden und behalte deinen Opa im Herzen.

    LG, Martina


  • MissPotter · 30. August 2015 um 19:05 Uhr · Antworten

    Das tut mir sehr Leid – mein Beileid für Dich und Deine Familie. Fühl Dich umarmt!


  • Maron · 20. August 2015 um 09:07 Uhr · Antworten

    Das tut mir wirklich sehr leid.
    Ich hoffe, er hat jetzt seinen Frieden und wacht von oben über euch und das zukünftige Baby!


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