Auto kaufen in Japan

18. November 2020 - 13:39 Uhr 0 Kommentare

Altes Auto - Ojii-san

Altes Auto – Ojii-san

Eigentlich hatte der Held ein Auto bereits letztes Jahr gekauft, bevor wir alle im April 2019 nach Japan flogen. Das war aber ein privater Kauf und wir wussten auch, dass es nicht für lange Zeit sein wird. Das gekaufte Auto war schon sehr alt und wir wussten, dass es eventuell nicht durch den TÜV durch kommen könnte. Dieses Jahr wurde es uns dann tatsächlich bestätig.

Wir haben uns daher auf die Suche nach einem neuen Auto gemacht, das für uns erschwinglich ist. Dieses Mal wollten wir aber nicht mehr von Privat kaufen, sondern haben ein paar Autohäuser aufgesucht. Wir haben uns am Ende für ein gebrauchtes Auto entschieden. Über den ganzen Kaufprozess berichtet nun aber der Held, da er das gemacht hatte. Ich verstand ja schließlich kein Wort, weil alles in Japanisch gesprochen wurde. Auch die Beratung. Der Held musste daher immer hin und her übersetzten.

Der Grund, warum unser Auto (Toyota Sienta, Baujahr 2006) nicht durch den TÜV kommt, ist dass es bereits 14 Jahre alt ist. Wir wussten letztes Jahr nicht, dass die Hersteller nur 10 Jahre sicher stellen, dass Ersatzteile hergestellt werden für die Autos. Danach wird es schwierig die zu bekommen. Unser altes Auto hat zudem fast 200.000km runter und es macht keine schönen Geräusche mehr beim fahren und vor allem bremsen. Uns wurde gesagt, das man einige Ersatzteile braucht, sowie die Bremsflüssigkeit austauschen müsste. Der Aufwand nach Ersatzteilen zu suchen, die dann sehr teuer wären, aufgrund dessen und alles machen zu lassen, ist einfach zu teuer, als dass es sich lohnen würde. Zumal dann immer noch nicht gewährleistet ist, dass das Auto den TÜV bestehen würde. Wir mussten uns daher anderweitig umschauen und wollten kein zu altes Auto haben, damit es möglichst lange noch den TÜV besteht und wir nicht wieder dieses Problem haben werden, wie jetzt. Daher entschieden wir uns für einen Toyota Sienta, Baujahr 2017 mit einem aktuell bis November 2021 laufendem TÜV.

Wir waren bei zwei Toyota Händlern, die gebrauchte Autos verkauften, um uns Autos anzusehen. Uns war wichtig ein ähnliches Modell zu kaufen, wie unser Sienta da das Auto von der Größe für unsere Familie gerade richtig ist und man im Kofferraum die Möglichkeit hat zwei Sitze auszuklappen, sodass 7 Personen mit dem Auto fahren können. Wir hatten online nach ähnlichen Autos geschaut aber waren mit nichts so recht glücklich gewesen, da entweder der Preis nicht stimmte, die 7 Sitze fehlten oder vorhanden waren, aber das Auto war dan monstergroß.

Nachdem wir uns entschieden hatten das Auto zu kaufen, mussten die Formalitäten geklärt werden. Für die Zulassung mussten folgende Vorraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Auto muss TÜV (Shaken) haben, das war bei unserem neuen Auto der Fall da der TÜV vom Vorbesitzer weiter gilt und das immer für zwei Jahre gemacht wird
  • Man muss einen Parkplatz nachweißen. Dazu muss man entweder einen Parkplatz anmieten oder einen Nachweiß erbringen das man vor dem Haus einen Parkplatz hat (so wie wir). Dazu muss man bei seinem lokalen Polizeirevier einen Antrag stellen, die gehen dann bei einem vorbei und bestätigen dass ein Parkplatz vorhanden ist. Glücklicherweise hatte das unser Vermieter schon gemacht und wir konnten die Bescheinigung dort abholen. Bzw. das hat unser Autoverkäufer für uns gemacht.
  • Dann muss man eine Versicherung nachweisen, allerdings nicht wie in Deutschland eine Haftpflichtversicherung, die Schäden an anderen Autos abdeckt, sondern eine Personenschadensversicherung die für Krankenhauskosten von Unfallbetroffenen aufkommt e.g. wenn sich der Fahrer eines anderen Autos oder ein Fußgänger verletzt. Diese Versicherung wird normalerweise automatisch abgeschlossen, wenn man den TÜV macht aber man muss den Nachweis trotzdem separat erbringen. Wir haben ausserdem zusätzlich eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Das taten wir allerdings online, da die vom Autoverkäufer vor Ort angebotenen etwas teuer waren.
  • Danach muss man mit all den Dokumenten zur Zulassungsstelle gehen und ein Kennzeichen beantragen. Es ist möglich ein Wunschkennzeichen anzugeben, aber es heisst dann dauert die Bearbeitung des Antrags länger. Wir mussten auch nicht selber hingehen, denn das machte unser Autoverkäufer für uns.
  • Vor der Übergabe wurde das Auto noch einmal aufpoliert und sauber gemacht.
  • Am Tag der Übergabe (ca. 2 Wochen nach der Kaufentscheidung) hat  der Autoverkäufer den Helden von der nächsten Bahnstation,  auf dem nach Hause Weg, abgeholt und sie haben sich noch einmal das Auto angesehen. Wir bekamen noch ein Pflege-kit dazu und er sagte ihm, dass er einen Lackstift bestellt habe, der aber aufgrund der seltenen Farbe (Weinrot) noch nicht angekommen sei. Dann musste der Held noch unterschreiben, dass er das Auto bekommen habe und konnte damit nach Hause fahren.
  • Ausserdem im Kaufpreis enthalten, sind die ersten drei halbjährlichen Inspektionen, sowie eine zusätzliche Inspektion nach einem Monat. Bei der nach einem Monat, möchte der Autohändler noch die letzten Kratzer mit dem Lackstift weg machen. 
  • Ausserdem haben wir zwei Dash-cams (vorne und hinten) bestellt, um im Falle eines Unfalls einen Nachweis für die Versicherung zu haben. Das ist zwar nicht verpflichtend aber auf jeden Fall hilfreich.
  • Das neue Auto hat eine ETC Funktion. Das steht für Electronic Toll Collect (elektronische Mautzahlung), dazu haben wir bei Rakuten (wo wir eine Kreditkarte haben, damit die ETC Zahlungen abgebucht werden können) eine ETC Karte bestellt und jetzt im Auto installiert. Also können wir nächstes mal auf der Autobahn durch die ETC Tore fahren, ohne anzuhalten. Wir sind jetzt nicht so oft auf der Autobahn, aber wenn man diese Karte nicht rein steckt, dann kommt jedes mal, wenn man das Auto startet eine Warnmeldung: „BIEP BIEP Keine ETC Karte installiert“. Das ist extrem nervtötend, da es sehr laut ist. Nun passiert das nicht mehr und bequem ist es auch noch.

Alles in allem hat der Autohändler wirklich sehr viel gemacht. Er war nach dem Kauf mehrere Male bei uns daheim wegen der Versicherung und diversen anderen Sachen. Das nenne ich mal Service :)

Neues Auto - Wuain-san

Neues Auto – Wuain-san

Ich liebe unser neues Auto. Es lässt sich ohne Schlüssel nur durch einen Knopfdruck starten, sodass ich den nicht umständig aus der Jackentasche kramen muss. Es sagt mir welcher Tag Heute ist (natürlich auf japanisch) und sogar Feiertage sagt der an. Wenn man von zB Tokyo nach Kanagawa fährt, sagt das Auto es an. Das ist sehr praktisch, da oft garkeine Schilder stehen, wo denn nun die Grenze ist. Ich habe jetzt hinten die Möglichkeit beide Schiebetüren automatisch öffnen und schließen zu lassen und die Kinder sind begeistert, weil sie es von Außen alleine machen können. Es ist ein kleiner Knopf im Griff dafür eingebaut. Das hatte unser letztes Auto nicht und nur eine Tür (auf der Fahrer-Seite) ging automatisch auf und zu.

Das neue Auto hat zudem einen Bildschirm hinten, den man von der Decke aufklappen kann für die Kinder und man kann Musik endlich via SD Karte abspielen, sowie alles andere auch xD Unser altes Auto hatte nur CD und wir hatten meinen uralten MP3 Player für die Kidermusik laufen xD Das war viel Kabelsalat. Wie auch beim alten Auto, kann man nur durch berühren einer bestimmten Stelle beim Griff der Fahrertür, das Auto abschließen und öffnen geht, wenn man mit der Hand in den Griff rein greift. Diese Funktion hatte auch unser altes Auto und es war so super praktisch, da man ja doch oft volle Hände hat und so nicht den Schlüssel raus kramen muss :)

Wir haben eine tolle Rückfahrkamera, die selbst im dunkeln alles super anzeigt. Beim alten Auto konnte ich die getrost ignorieren, da die eine super schlechte Qualität hatte und keine praktischen „Prediction-Lines“, sodass man in etwa sieht, wohin man rückwärts fährt. Dennoch habe ich festgestellt, dass ich oft die Spiegel nutze, denn die Linien zeigen das Auto in voller Breite. Das heißt inkl. der Seitenspiegel und wenn man, so wie bei uns, eine enge Stelle zum einparken hat, so sind die Seitenspiegel unersätzlich. Da vermisse ich noch den „Toter-Winkel-Spiegel“. Den müssen wir uns noch besorgen.

Ein bisschen nervtötend ist jedoch die ständige Ansage, wo etwas im Weg ist. Nicht nur, dass es piept, weil wir Piepser vorne und hinten haben UND, weil ein ständiger Piep-Ton vom Auto kommt, sobald man den Rückwärtsgang betätigt hat …. nein … es kommt auch noch eine Ansage, WO ein Hindernis ist, a la „Hinten rechts, Hinten beide, Vorne links …“ und diese drei Geräusche die ganze Zeit beim einparken! @_@ Ich fand ja das Rückwärtsgang-Piepsen schon nervtötend, aber nun hat man noch mehr Piepser UND Stimmen xD Natürlich alles auf japanisch xD Ich kann nun aus dem FF sagen, was links, rechts, vorne und hinten heißt auf japanisch xD

Unser Auto hat leider ein paar Kratzer, aber der Held meinte, dass ihm das lieber sei, als eines ohne Kratzer, weil er sonst Angst gehabt hätte damit zu fahren. Die Straßen hier sind teilweise super eng, sodass man leider ab und an mal gegen eine Mauer kommen könnte. Unser altes Auto hatte daher sehr viele Kratzer. Es hatte schon sehr viele, als wir es gekauft hatten und es diente als Übungs-Auto für den Helden und für mich. Wir sind schließlich völlig andere Straßen gewohnt aus Deutschland. Das, was hier als normale Straße gilt, wäre in Deutschland eine Einbahnstraße. Es gibt oft Straßen, die gerade mal so breit sind, wie ein einziges Auto, aber die sind keine Einbahnstraßen! Ich hatte schon öfter die Situation und musste dann rückwärts so lange zurück fahren, bis ich irgendwo ausweichen konnte und umgekehrt.

Auf wiedersehen Gin no Ojii-san. Danke für deine tollen Dienste. Willkommen in der Familie Wain-san.

PS: Haben eure Autos auch Namen?

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